Störarten

Der Stör ist eines der erdgeschichtlich ältesten noch verbreiteten Lebewesen. Nahezu unverändert bewohnt er seit gut 100 Millionen Jahren unsere Erde. Hauptsächlich auf der Nordhalbkugel vorkommend, leben heute noch mehr als 20 verschiedene Störarten. Die meisten davon sind allerdings seit Jahrzehnten durch verschiedene Einflüsse in ihren Beständen bedroht und daher schon ebenso lange geschützt. 

Unsere große Auswahl an Kaviar
Nur vier verschiedene Störarten dürfen bis heute aus wilden Beständen gefangen werden : der Löffel-Stör, der Sevruga-Stör, der Ossetra-Stör und der Beluga-Stör. Da auch deren Bestände stetig abgenommen haben, wurden sie 1998 unter besonderen Schutz der CITES gestellt und dürfen nur noch in sehr begrenzten Mengen und geographisch klar definierten Bereichen gefischt werden: Im Amur, im Kaspischen Meer durch die Anrainerstaaten Aserbaidschen, Kasachstan, Iran und Russland, sowie im Mississippi (dort nur der Löffel-Stör).

Es ist wichtig den Stör zu schützen, um seinen Bestand zu sichern! Gleichzeitig aber sichert der streng kontrollierte legale Fang und Handel mir Caviar finanzielle Ressoucen für die Produktionsländer, mit denen z.B. in Aserbaidschan oser im Iran umfangreiche Zuchtprogramme und nachhaltige Wiederbesatz-Maßnahmen finanziert werden.
Die einzelnen Stör-Arten
Der Beluga-Stör (lat. Huso huso) ist einer der größten Süßwasserfische überhaupt. Es wurden schon bis zu 1.500 kg schwere Exemplare mir über 5 Metern Länge gefangen. In der Natur kommt der Beluga im Kaspischen und im Schwarzen Meer vor. Beluga-Störe sind Raubfische und können über 100 Jahre alt werden. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie erst nach dem 20. Lebensjahr! Aufgrund der langen Dauer bis zur Laichreife und nicht zuletzt auch seiner Größe haben sich nicht viele Züchter mit dem Beluga-Stör beschäftigt. Doch langsam hat sich auch in der Zucht ein beachtlicher Bestand an Belugen aufgebaut, sodass wir auf einen zuverlässigen und qualitativ sehr hochwertigen Lieferanten aus Bulgarien zurück greifen können. Die Zucht befindet sich in verschiedenen großen, tiefen, kalten Seen, die einen perfekten Wasseraustausch sicher stellen.
 
Der Ossetra-Stör wird nach seinem geographischen Vorkommen in zwei Unterarten gegliedert: der sog. Russische Stör oder Waxdick (Acipender gueldenstaedtii) lebt im nördlichen Teil der Kaspischen Meers und im Schwarzen Meer, der südkaspische Waxdick (Acipenser persicus) um südlichen Kaspischen Meer. Auch diese Störe werden mit bis zu 3 Metern sehr groß. Laichreif sind sie etwa ab dem 12. Lebensjahr. Daher gilt bzgl. der Zuchtvorkommen das gleiche wie für den Beluga. Wir haben für unsere Zuchtqualität einen Produzenten aus Israel gewählt. Die nicht zu intensive Zucht und das extrem hochwertige Quellwasser der im Freien liegenden Teichanlagen bringen nahezu perfekte Qualitäten hervor. Und das in einer Standardqualität, vor allem aber auch als Imperial Caviar. Darüber hinaus arbeiten wir mir einem deutschen Züchter zusammen.
 
Der Sevruga-Stör (Acipenser stellatus) ist der kleinste der wild lebenden Störe. Er wird max. 1.50 Meter groß und legt im Alter von 8 Jahren erstmals Rogen ab. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Kaspische und das Schwarze Meer. Während er bis vor etwa 20 Jahren der im Kaspischen Meer am weitesten verbreitete Stör war, sind die Fänge bei dieser Art zuletzt am stärksten zurück gegangen. So ist wohl auch zu erklären, dass es die traditionell große Preisdifferenz zum Ossetra heute nicht mehr gibt. In der Zucht spielt der Sevruga-Stör keine große Rolle; lediglich unser Partner in Bulgarien hat hier nennenswerte Erträge. Zum einen liegt das nach Auskunft der Züchter daran, dass sich eine Vermehrung des Sevruga-Störs in der Zucht als schwierig darstellt. Andererseits stellt der Sevruga Caviar aufgrund seiner Preisstellung für die Züchter keine interessante Alternative dar.
 
Der Löffel-Stör (Polyodon spathula) lebt im Mississippi in den USA. Die bis zu 1.80 m großen Tiere gehören zur Familie der Störe, unterscheiden sich aber von allen übrigen durch einen schwert- bzw. löffel-förmigen Fortsatz am Kopf. Er ist ein reiner Süßwasserfisch und ausschließlich aus Windfang erhältlich.
 
Der Sibirische Stör (Acipenser baerii) wird ähnlich groß wie der Sevruga-Stör. Bei einer Körpergröße von bis zu 1,50 Meter kann er ein Gewicht von über 60 kg erreichen. Als reier Süßwasser-Stör erstreckte sich sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet über zahlreiche Früsse Russlands (Lena, Ural, Wolga) bis nach West-Europa. Denaturierung von Flußläufen und Umwelteinflüsse haben schon sehr früh dazu geführt, dass dieser Stör vom Aussterben bedroht war. Schon weit vor 1998 war er für den kommerziellen Fang nicht mehr zugelassen. Was ihm unter natürlichen Bedingungen zum Verhängnis wurde, hat ihn in der Aquakultur zum Pionier unter den Zucht-Stören werden lassen: die Tatsache, ein reiner Süßwasser-Stör zu sein, die relativ früh erreichte Laichreife im Alter von max. 6 Jahren, sowie die relativ große Kaviar-Ausbeute haben dazu geführt, dass der Sibirische Stör Anfang der 60er Jahre in Frankreich intensiv gezüchtet wurde. Insofern kann man die Aquakultur-Betriebe in Frankreich durchaus als Wegbereiter der Störzucht bezeichnen, zumindest was die Störzucht jenseits des Kaspischen Meeres betrifft. Von ihrer Erfahrung und dem Know How profitieren viele! Der Sibirische Stör ist daher auch nicht zufällig der in der Zucht heute am weitesten verbreitete Stör.
 
Der Sterlet-Stör (Acipenser ruthenus) ist ein reiner Süßwasser-Stör. Sein Verbreitetungsgebiet gleicht dem des Sibirischen Störs. Allerdings ist der Sterlet deutlich kleiner und hat eine erheblich geringere Caviarausbeute. Daher hat er sich wohl bis heute eher als attraktiver Zierfisch einen Namen gemacht als als Caviar-Lieferant! Wir haben einen Zucht-Partner in Deutschland gefunden, der aus diesen max. 80 cm großen Fischen einen sehr feinen Kaviar gewinnt.
 


Nicht unerwähnt bleiben sollte in diesem Zusammenhang der Weiße Stör (Acipenser transmontarus). Besonders in Italien und den USA wird diese Spezies intensiv gezüchtet. Da der Kaviar des Weißen Störs keine große Alternative zu dem des Sibirischen Störs darstellt, haben wir uns entschieden, darauf zu verzichten. Das gleiche gilt für die zahlreichen Hybriden, also Kreuzungen verschiedener Störarten, die häufig angeboten werden.

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